8. Salon Bleu | Wängi - What else? | Vortrag von Thomas Goldinger

Veranstaltungsort: Restaurant Linde, Wängi (Lommiserstrasse 1)

Ein Wängener durch und durch

Trotz schwüler Temperaturen fanden gut fünfzig Personen am Dienstag, 16. Juni 2026, den Weg in die Linde zum achten SALON BLEU. Auf dem Programm stand Thomas Goldinger, Gemeindepräsident von Wängi, mit dem sinnigen Titel: «Wängi what else?» Oder auf gut Deutsch: Wängi was denn sonst?

Dass Thomas Goldinger tief und von Herzen mit Wängi verbunden ist, nahm man ihm nach seinem Referat ohne Weiteres ab. Engagiert, humorvoll und gespickt mit vielen köstlichen Anekdoten präsentierte er den Anwesenden seinen Werdegang vom Verwaltungsangestellten zum Wängener Gemeindepräsidenten. «Meine Mutter hat mich seinerzeit auf die Stelle in Wängi als Gemeindeschreiber aufmerksam gemacht», erinnerte er sich. Und den mütterlichen Hinweis zu befolgen, hat sich offensichtlich bewährt.

Am 1. September 1999 trat er seine Stelle als Gemeindeschreiber in Wängi an und amtete zugleich als Zivilstandsbeamter. Diese Aufgabe habe ihm enorm gefallen, bekannte Thomas Goldinger. Auch wenn er sich als 25-jähriger Jungspund bisweilen etwas speziell und nicht unbedingt befugt gefühlt habe, gestandenen Brautpaaren aufzuzeigen, wie eine Ehe gelingen könnte. Er bedauere es noch heute, dass seit 2020 in Wängi keine Trauungen mehr durchgeführt werden, weil die Zivilstandsämter inzwischen zentralisiert organisiert sind. Gerade als Zivilstandsbeamter sei die Nähe zur Bevölkerung besonders direkt spürbar gewesen und genau das habe ihm sehr gefallen.

Als Benno Storchenegger, langjähriger Gemeindeammann von Wängi, nach drei Amtsdauern 2015 nicht mehr kandidieren wollte, witterte Thomas Goldinger seine Chance. Nach 15 Jahren Tätigkeit als Gemeindeschreiber traute er sich das Amt als Gemeindeammann zwar zu reichte seine Bewerbung allerdings erst im allerletzten Moment ein. Thomas Goldinger setzte sich gegen seinen Mitkandidaten durch und wurde zum Gemeindepräsidenten gewählt. «Bereut habe ich diesen Schritt bis heute nie obwohl man sich in diesem exponierten Amt doch eine ziemliche Hornhaut aneignen muss», bekannte er freimütig.